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Phytoestrogene in der Prävention
(aus Pharmazeutischen Zeitung)


Phytoestrogene sind Pflanzeninhaltsstoffe, die beim Menschen gewebsspezifisch estrogene oder antiestrogene Wirkungen haben. Sie können zur Reduktion des Knochenabbaus und zur Prophylaxe von Brust- und Prostatakrebs verwandt werden. Soja-Lebensmittel dürfen in den USA nach einer Entscheidung der FDA zur Prophylaxe von Herzerkrankungen beworben werden.

Isoflavone aus Soja und Rotklee können zusätzlich im Endothel NO freisetzen, wodurch sich die periphere Durchblutung erhöht. Dies hat Bedeutung für die Verbesserung kognitiver Fähigkeiten im fortgeschrittenen Alter und die Reduktion der Herzbelastung von Patienten, die an Bluthochdruck sowie Diabetes leiden. Ob Isoflavone die Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus mildern, müssen Langzeitstudien zeigen; Indizien sprechen dafür.

Bei vielen Frauen mildern Isoflavone die Begleiterscheinungen der Symptome der Menopause. Eine Einnahme entweder in der Pubertät und/oder der Peri- und frühen Postmenopause reduziert das Krebsrisiko (159, 160).
Da die Prävention das Ziel jeder Isoflavon-Substitution ist und nicht die Therapie von Erkrankungen, muss die Einnahme so früh wie möglich beginnen: zur Prävention der Osteoporose im Alter von 35 Jahren, zur Krebsprophylaxe in der Perimenopause ab 40 Jahren und zur Prophylaxe der kognitiven Fähigkeiten in der Perimenopause. Eine zu späte Intervention, bei möglicherweise bereits gebildeten Vorschäden, in der späten Postmenopause bringt keine Vorteile, wie in einer JAMA-Studie gezeigt wurde (133). Es gilt der Grundsatz: Gesunde sollten von Isoflavonen profitieren, damit sie gesund bleiben.

Die gerade publizierte Studie des DKFZ in Heidelberg ist deswegen so wertvoll, da sie die Prävention in der Perimenopause mit Isoflavonen belegt und die Behauptung widerlegt, dass Orientalen mehr von einer Isoflavon-reichen Diät profitieren als westliche Frauen. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein, da deutsche Frauen schon bei weit geringerer Isoflavon-Exposition einen Brustkrebsschutz zeigten. Die teilnehmende Gruppe von Frauen in Freiburg dürfte für Österreich und Deutschland repräsentativ sein.
Das Konsensusgremium kommt zu dem Schluss: Da Isoflavone weder das Endometrium noch das Mammagewebe stimulieren, können sie bei der Frau bereits ab 35 Jahren, zum Beispiel zur Osteoporoseprophylaxe, bis in die späte Menopause hinein eingesetzt werden.
Für Isoflavon-Zubereitungen sollten verbindliche Rohstoffstandards erarbeitet werden, um die Qualität und Menge der maßgeblichen Inhaltsstoffe sicherzustellen. Ergänzend sollte ein Testverfahren für die Ermittlung der physiologischen Aktivität angestrebt werden, das alle wesentlichen Wirkungen der Isoflavone angemessen erfasst.
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